Mit zunehmender globaler Klimainstabilität treten extreme Wetterereignisse – Taifune, Starkregen, Schneestürme, Hitzewellen, Sandstürme und Blitzeinschläge – häufiger denn je auf. Diese Umweltbelastungen setzen die Telekommunikationsinfrastruktur enorm unter Druck.
Als zentrale Knotenpunkte von Kommunikationsnetzen sind Telekommunikationsbasisstationen stark auf eine stabile Stromversorgung angewiesen. Fällt eine Station aufgrund eines Stromausfalls aus, sind die Folgen unmittelbar: regionale Dienstunterbrechungen, Beeinträchtigungen der Notfallmaßnahmen, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Störungen der täglichen Kommunikation.
Das Stromversorgungssystem hinter jeder Basisstation bildet die letzte Verteidigungslinie für die Netzwerkstabilität. Die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung bei extremen Wetterbedingungen ist für Betreiber und Wartungsteams weltweit zu einer zentralen Priorität geworden.
Dieser Blog untersucht die größten Bedrohungen, die extreme Wetterereignisse mit sich bringen. Telekommunikation-Stromversorgungssysteme und skizziert wirksame Strategien zum Aufbau stärkerer und widerstandsfähigerer Netzwerke.
1. Wie extreme Wetterereignisse die Stromversorgung von Telekommunikationssystemen bedrohen
Unterschiedliche Wetterbedingungen bergen unterschiedliche Risiken im Zusammenhang mit der Stromversorgung, haben aber eine gemeinsame Auswirkung: verringerte Stromverfügbarkeit und beschleunigter Geräteverschleiß.
Taifune und Starkregen
Stromausfälle
Wassereintritt verursacht Kurzschlüsse
Einsturzgefahr von Turm oder Mast
Schnee- und Eisstürme
Vereisung und Bruch von Stromleitungen
Batterieausfall bei niedrigen Temperaturen
Frostansammlungen an den Geräten
Hitzewellen
Schneller Kapazitätsverlust der Batterie
Gleichrichter-Leistungsreduzierung aufgrund von Überhitzung
Überlastung der Klimaanlage
Sandstürme und Salzsprühnebel
Verstopfte Lüftungswege
Korrosion von Leiterplatten und Steckverbindern
Verminderte Dämmleistung
Blitz
Überspannungsschäden an Leistungsmodulen
Ausfall von Überwachungseinheiten
Branchenangaben zufolge sind über 60 % der wetterbedingten Ausfälle von Standorten auf Störungen im Stromnetz zurückzuführen, was weit über Probleme mit der Übertragungs- oder HF-Hardware hinausgeht.
2. Aufbau einer mehrschichtigen Architektur für resiliente Stromversorgung
Da Wetterereignisse immer extremer und unvorhersehbarer werden, reicht eine einzelne Backup-Methode nicht mehr aus. Moderne Telekommunikationsstandorte entwickeln sich hin zu einer Architektur, die mehrere Energiequellen, Schutzmechanismen und intelligente Steuerung vereint.
2.1 Hochzuverlässige Notstromakkus: Erweiterung des Stromfensters
Batterien bilden den ersten Schutz gegen Stromausfälle. Bei Stürmen oder Katastrophen kann die Stromversorgung stunden- oder sogar tagelang ausbleiben.
Zu den wichtigsten Strategien gehören:
Verlängerte Backup-Dauer: Von den üblichen 4 Stunden auf 8–12 Stunden in Hochrisikoregionen
Verbesserungen der Batterietechnologie:
LFP (LiFePO₄)-Batterien behalten selbst bei –20 °C eine Entladekapazität von über 80 %.
Längere Lebensdauer und höhere Sicherheit im Vergleich zu VRLA
Temperaturkontrollierte Batteriegehäuse:
Heiz- und Kühlfunktionen gewährleisten eine ideale Betriebstemperatur (15–25°C).
2.2 Multienergiesysteme: Verringerung der Netzabhängigkeit
Auf abgelegenen Inseln, in ländlichen Gebieten oder an Standorten mit schwacher Netzinfrastruktur setzen die Betreiber verstärkt auf hybride Energielösungen:
Solar + Speicher: Die Photovoltaikanlage lädt tagsüber den Strom; die Batterien decken den Bedarf nachts oder bei Bewölkung ab.
Wind-Solar-Hybrid: Effektiv in Hochland-, Wüsten- und Küstenregionen
Schnellanschluss-Generatorschnittstellen: Ermöglichen den Anschluss externer Dieselgeneratoren zur Notstromversorgung
Diese Konfigurationen verbessern die Standortautonomie in Katastrophenszenarien erheblich.
2.3 Verstärkter Schutz: Abwehr physikalischer und elektrischer Belastungen
Um extremen Umweltbedingungen standzuhalten, benötigen Telekommunikations-Stromversorgungsgeräte einen verbesserten mechanischen und elektrischen Schutz:
IP55+ Außengehäuse: Schutz vor Staub, Regen und Korrosion
Dreistufiger Überspannungsschutz: SPD-Nennstrom ≥40 kA und Erdung <5 Ω in sturmgefährdeten Gebieten
Vollständig abgedichtete oder flüssigkeitsgekühlte Systeme: Verhindern das Eindringen von Staub und Salz.
Erhöhte Installation: Anhebung der Schrankhöhe auf ca. 1,5 m in überschwemmungsgefährdeten Gebieten
Diese Maßnahmen reduzieren Hardwareausfälle bei widrigen Wetterbedingungen erheblich.
2.4 Intelligente Überwachung: Vom reaktiven zum proaktiven Wartungsmanagement
Dank intelligentem Energiemanagement reagieren Telekommunikationsstandorte nun auf extreme Wetterbedingungen, bevor es zu Ausfällen kommt.
Wetterbezogene Vorwarnungen:
Systeme starten automatisch einen vollständigen Akkuladevorgang vor Taifunen oder Stürmen.
Fernüberwachung:
Echtzeit-Sichtbarkeit von Spannung, Ladezustand (SOC), Temperatur und Alarmen über FSU-Überwachungseinheiten
KI-gestützte vorausschauende Wartung:
Erkennt frühe Anzeichen von Gleichrichteranomalien oder Batteriealterung.
Strategien zur Priorisierung der Lasten:
Die Kernkomponenten bleiben länger mit Strom versorgt, wodurch die Verfügbarkeit des Standorts bei Ausfällen verlängert wird.
Durch diesen Wandel von passiver Reparatur zu proaktivem Schutz werden Ausfallzeiten und Wartungskosten deutlich reduziert.
3. Auf dem Weg zu klimaresistenten Telekommunikations- und Energienetzen
Da extreme Wetterereignisse weltweit zur Normalität werden, schreiten Telekommunikationsanbieter rasant zu intelligenteren, umweltfreundlicheren und widerstandsfähigeren Energieinfrastrukturen voran. Zu den wichtigsten Zukunftstrends gehören:
Integration mit virtuellen Kraftwerken (VPPs):
Ermöglichung der Teilnahme von Basisstationsbatterien am Netzausgleich
Wasserstoff-Notfallversuche:
Bereitstellung von sauberer und lang anhaltender Energie in Regionen mit geringer Sonneneinstrahlung und geringem Wind.
Digitale Zwillingsmodellierung:
Simulation des Systemverhaltens unter extremen Bedingungen
Standardisierung:
Weiterentwicklung von Branchenrichtlinien für klimaresistente Stromnetzgestaltung
Abschluss
Extremwetterereignisse mögen unvermeidbar sein, Kommunikationsausfälle hingegen nicht. Telekommunikations-Stromversorgungssysteme haben sich von einfachen Energieversorgungseinheiten zu intelligenten, robusten und vielschichtigen Energieökosystemen entwickelt.
Durch kontinuierliche Innovationen bei Batterien, hybriden Energiesystemen, Umweltschutz und intelligenter Überwachung können Betreiber Netze aufbauen, die auch bei extremen Störungen stabil bleiben.
Jede ununterbrochene Signalübertragung ist mehr als nur ein Service – sie ist ein Bekenntnis zu Sicherheit, Zuverlässigkeit und Vertrauen.
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